Ersatzpflege

Pflege bei Verhinderung oder Ersatzpflege

Wenn die bisherige Pflegeperson wegen eigener Krankheit oder eines Erholungsurlaubs die Pflege vorübergehend nicht ausüben kann, treten die Pflegekassen mit der so genannten Ersatzpflege oder auch Verhinderungspflege ein. So wird es dem Pflegebedürftigen ermöglicht, auch während dieser Zeit in seiner gewohnten häuslichen Umgebung zu bleiben.

Voraussetzung für einen Leistungsanspruch ist, dass die bisherige Pflegeperson den Pflegebedürftigen schon mindestens sechs Monaten in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Die Pflegekassen übernehmen die Kosten für die Ersatzpflege für maximal sechs Wochen und bis zu einem Höchstbetrag von 1.612,- Euro. Sofern der Betrag der Kurzzeitpflege noch nicht ausgeschöpft wurde, können zusätzlich 806,- Euro in Form von Leistungen des Pflegedienstes, als Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Damit erhöht sich die Verhinderungspflege auf insgesamt bis zu 2.418,- Euro.

Wird die Ersatzpflege von einer Pflegeperson erbracht, die nicht erwerbsmäßig pflegt, ist die Leistung auf den Betrag des Pflegegeldes der jeweiligen Pflegestufe begrenzt; zusätzlich werden entstandene Aufwendungen (zum Beispiel Fahrkosten oder Verdienstausfall) übernommen, jedoch zusammen mit der Leistung in Höhe des Pflegegeldes nur bis zum Höchstbetrag von 1.612,- Euro.

Anstelle einer Ersatzpflege im häuslichen Bereich kann auch eine dafür geeignete Einrichtung in Anspruch genommen werden; für die Erstattung der pflegebedingten Aufwendungen (ohne Unterkunft und Verpflegung) gilt ebenfalls der genannte Höchstbetrag sowie die zeitliche Begrenzung von sechs Wochen. Dieser Anspruch der Kurzzeitpflege besteht zusätzlich zu dem Anspruch der Ersatzpflege.

Und so funktioniert es:

Für die Ersatzpflege muss bei der Pflegekasse ein Antrag gestellt werden. Dies sollte möglichst vor dem Einsatz einer Ersatzpflegekraft getan werden, ist aber in einigen Fällen auch noch rückwirkend möglich. Wie hoch der tatsächliche Betrag ist, der für die Vertretung gezahlt wird, hängt von Art und Umfang der Pflege, dem zeitlichem Aufwand und den Fahrkosten ab.

Bitte beachten Sie:

Neben der Kostenübernahme für die Ersatzpflegekraft wird kein Pflegegeld mehr ausgezahlt. Dagegen werden zusätzliche Sachleistungen durch einen Pflegedienst während der Vertretungspflege in vollem Umfang weiter gewährt.