Betreuungleistungen

Betreuung ist keine Pflege!

Anders als bei der Pflege geht es in der Betreuung nicht darum die grundpflegerischen Tätigkeiten des täglichen Lebens wie die Körperpflege, die Ernährung, das Ankleiden, etc. zu gewährleisten, sondern es geht um alltagsunterstützende Maßnahmen. Dazu gehören das Schenken von Zeit für Gespräche und Freizeitaktivitäten, die Unterstützung der sozialen Kontakte, Begleitung zu Terminen und im begrenzten Maße auch eine Unterstützung im Haushalt.

Eine Entlastung die Ihnen zusteht!

Vielleicht haben auch Sie oder Ihr Angehöriger einen Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen? Vielleicht wissen Sie gar nicht von den Möglichkeiten und Zuwendungen die Ihnen und Ihren Angehörigen zustehen?

Wieviel Geld steht mir für Betreuungsleistungen aus der Pflegeversicherung zu?

Seit dem 01. Januar 2017 haben alle Menschen mit einem Pflegegrad (0 bis 5) Anspruch auf Betreuungsleistungen. Pauschal stehen 125€ monatlich zur Verfügung. Zusätzlich können auch ungenutzte Mittel aus der Verhinderungspflege und der Kurzzeitpflege für die Betreuung in Anspruch genommen werden. Eine tabellarische Übersicht der Leistungen erhalten Sie in unserer Betreuungsgeldübersicht.

Berechtigter Personenkreis (nach §45a SGB XI)

Der Pflegebedürftige ist in seiner Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt:

  • demenzbedingten Ausfällen
  • geistiger Behinderung
  • psychischer Erkrankungen

Konkret

  • unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)
  • Verursachen (selbst-)gefährdender Situationen
  • tätlich oder verbal aggressives Verhalten
  • inadäquates Verhalten
  • labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
  • Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
  • Verkennen von Alltagssituationen
  • Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer (therapieresistenten)
  • Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit (therapieresistente Depression).
  • Unwille zur Therapie bei Depression oder Angststörung
  • Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
  • Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen, die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen führen
  • Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus

Sie sind Anspruchsberechtigt Betreuung zu erhalten, wenn mindesten zwei Aussagen zutreffend sind. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüft dies auch für Ihre Lebenssituation! Gerne beraten wir sie hierzu.

Tipp: Benötigt der Versicherte (Demenzerkrankte) in einem Monat keine Hilfe, kann das Geld angesammelt werden, um etwa in den Urlaub zu fahren und den pflegebedürftigen Angehörigen gut betreut zu wissen.